Dorfkern

Im Dorfkern von Oevenum waren früher die wichtigsten Einrichtungen für die Gemeinschaft.

So entstand 1707 das alte Schulhaus, das bis 1956 auch so genutzt wurde. Die auf dem Dach befindliche Schulglocke diente gleichzeitig als Alarmglocke bei großen Bränden und Katastrophen, damit die Dorfbewohner schnell zur Stelle sein konnten.

Bei einem großen Brand 1796 in Nieblum wurden 23 Häuser vom Feuer zerstört. Dies hatte sich nachts ereignet und in Oevenum hatte man kaum etweas davon bemerkt. Daher beschloß man nach diesem Brand, eine große Glocke von 60 bis 80 Pfund aus schwedischem Metall anzuschaffen, um die Bevölkerung bei Feuer alarmieren zu können. Die Glocke wurde in Amsterdam bestellt. Von dort aus stachen die meisten Föhrer zu den Walfängen in See. Die Glocke wurde von Amsterdam nach Husum verschifft und von dort mit dem Schiff nach Föhr gebracht. Die Glocke wurde dann am Süderende des Schulhauses auf dem Dach angebracht. Finanziert wurde die Glocke, die damals 188 Mark kostet, über eine Umlage auf jedes der 150 Häuser in Oevenum.
Die Glocke läutete nun jeden Morgen bei Schulbeginn und mittags um 12.00 Uhr. Bei Bränden und Strumfluten wurde sie ganz schnell geläutet - das bedeutete Alarm.

Die Schulglocke wurde vor einigen Jahren restauriert, damit sie auch heute noch, wie damals auch, beim Heimgang von unseren Dorfbewohnern geläutet werden kann.

Das alte Schulhaus dient heute als Wohnhaus, ist aber durch das langgezogene Gebäude leicht als die damalige Schule zu erkennen.

Der Löschteich vor dem Schulhaus war bei Bränden im Dorf unersetzbar. Entstanden ist dieser durch die ständige Sandentnahme für den Deichbau, den Bau von Straßen und Häusern. Irgendwann war die "Sandkuhle" dann so tief, dass sie durch den erreichten Grundwasserspiegel voll Wasser lief. Da eine neue Sandkuhle her musste, entstand auch noch unser "Friesental", der heutige Spiel- und Freizeitplatz.

Erst 1963 wurde der alte Löschteich wieder zugeschüttet und später dann ein Gemeindegarten angelegt, in dem Gedenksteine die geologische Entstehung und die Geschichte der Insel Föhr zeigen. Zu einem Löschteich gehörte natürlich in späteren Jahren auch ein Feuerwehrhaus. Der Standort war auch klar - in der Dorfmitte - , damit die Dorfbewohner als Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr bei Katastrophen alle schnell zur Stelle sein konnten. Das gilt auch heute noch so.

Im Jahr 2013 wurde das Spritzenhaus erneuert, es beherbergt nun unter anderem eine Ausstellung, außerdem sind die Gedenksteine in der Nordwand des Spritzenhaus eingelassen. Der Dorfplatz wurde nach dem Neubau des Spritzenhauses als Gemeindegarten mit einem Brunnen neu gestaltet.


Foto: Hermann Hinsberger


Foto: Hauke Brodersen